Elternwerkstatt
05.11.2016 | News

Verein LinkeHand mit Elternwerkstatt auf der Interpädagogica 2016

Der Verein LinkeHand unterstützt und fördert Menschen mit linkshändiger Begabung und setzt sich für die Bewusstseinsbildung zu diesem Thema ein. Am Elternwerkstatt-Stand (C1216) auf der Interpädagogica erfahren Sie mehr darüber…

„Obwohl Linkshänder heute nicht mehr als abnorm gelten, werden aus vielen unbewussten Linkshändern bereits in Kindertagen Pseudorechtshänder, was zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann"

Was der österreichischer Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher in seinem Buch "Der talentierte Schüler und seine Feinde" (S. 23) thematisiert, ist das Anliegen des Vereins LinkeHand. Zwar ist die Zeit der zwangsweisen Umschulung auf "die schöne Hand" vorbei, doch aus Unwissenheit heraus werden Kinder nach wie vor unabsichtlich dazu gebracht, ihre nicht dominante Hand zum Schreiben zu benutzen.

Umschulung aus Unwissenheit
Die wohlmeinende Kindergärtnerin, die sehr liebevoll die freudig entgegengestreckte Hand ihres Schützlings mit den Worten "Gib mir bitte deine rechte Hand" begrüßt weiß nicht, dass sie dem linkshändigen Kind damit zu verstehen gibt, dass sein Impuls, die dominante Hand zu verwenden "nicht richtig" ist. Der Löffel/die Gabel auf der rechten Seite des Tellers, der Stift, der dem Kind automatisch in Richtung seiner rechten Hand geboten wird und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Mehrheit der Menschen sichtlich mit der rechten Hand schreibt und agiert, bringt aufmerksame Kinder dazu, lieber entgegen den eigenen Impulsen mit der rechten Hand schreiben zu lernen.

Linkshändige Menschen in einer rechtshändigen Welt
Aber auch Menschen, die ihre Linkshändigkeit ausleben, haben es in unserer rechtshändig orientierten Welt nicht immer leicht. Nicht nur das Schreiben von links nach rechts ist eine Herausforderung - das Papier sollte im 45-Grad-Winkel gelegt werden, damit die Hand die Schrift nicht verdeckt bzw. verwischt; das Schieben von Füllfedern ist weit schwieriger als das Ziehen; die Sitzplätze in Schulen sind in der Regel so angeordnet, dass der Lichteinfall vom Fenster von links kommt usw. - auch im Alltag gibt es Hürden. Wasserkocher, Ausgusstöpfe, Lineale, Fotoapparate, PC-Tastaturen - die meisten Geräte sind für den rechtshändigen Gebrauch ausgelegt, obwohl manche, gut durchdacht, für den Gebrauch mit beiden Händen hergestellt werden könnten. Zwar gibt es zunehmend Artikel für LinkshänderInnen, doch diese sind oft teurer.

Unbekannt: Große Entwicklungsnachteile durch unterdrückte Linkshändigkeit
Wenn ein Kind vor der Schule nicht sicher darin ist, welche Hand es zum Schreiben benutzen möchte, so wird ihm oft die rechte Hand dafür nahe gelegt, "weil es sich dann im Alltag leichter tut". Dieser Schluss ist nahe liegend, doch leider ein riesiger Irrtum. Das Schreiben mit der nicht dominanten Hand (also mit der rechten Hand bei angeborener Linkshändigkeit bzw. umgekehrt) kann zu Identitätsstörungen führen, da die angeborene Händigkeit immer auch die Persönlichkeit prägt. Die Umschulung - besonders beim Schreiben mit der nicht dominanten Hand - kann zu psychischen und psychosomatischen Beschwerden führen, ebenso zu Lern- und Leistungsstörungen. Besonders wenn ein Kind in der Schule plötzlich Probleme hat, die aufgrund seiner bisherigen Entwicklung im Kindergarten überhaupt nicht zu erwarten waren, ist Aufmerksamkeit geboten und eine Händigkeitsberatung in Betracht zu ziehen – auch dann, wenn das Kind bereits längere Zeit (fast) alles mit rechts macht.

Nähere Infos dazu erhalten Sie bei der INTERPÄDAGOGICA auf dem Elternwerkstatt-Stand C1216 durch die Vertreterinnen des Vereins LinkeHand und auf www.linkehand.at!

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