Elternwerkstatt
21.03.2017 | News

Änderung bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

Ein neuer Erlass des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) sorgte für Turbolenzen…

Mit Jahreswechsel trat ein neuer Erlass des BMF in Kraft. Dieser regelt, dass Kinderbetreuungskosten nur mehr dann steuerlich geltend gemacht werden können, wenn die pädagogische qualifizierte Person mindestens 18 Jahre alt ist und Ausbildungen zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Ausmaß von 35 Stunden absolviert hat.

Im Klartext
Was bedeutet das nun genau? Bisher waren der ABC-Elternführerschein® und der ABC-Babyführerschein© vom Bundesministerium für Finanzen (bmf) als berufliche Weiterbildung für BabysitterInnen, Großeltern und PädagogInnen anerkannt; Zahlungen an diese Personen waren bis 2016 somit steuerlich absetzbar. Nun wird statt der damit absolvierten 18 Unterrichtseinheiten ein Ausmaß von 35 Stunden gefordert - inkl. Erste-Hilfe-Kurs.

Weiters sind Jugendliche unter 18 Jahren nicht mehr als steuerlich absetzbare Babysitter zugelassen. (Bis 2016 waren auch schon 16jährige mit entsprechender Ausbildung als "pädagogisch qualifizierte Personen" anerkannt.)

Übergangsregelung
Wir können Sie beruhigen: Die Investition in den ABC-Eltern/Babyführerschein war nicht vergebens! Ganz abgesehen von dem inhaltlichen Benefit sieht das bmf eine Übergangsfrist vor. Babysitterdienste können nach wie vor wie gehabt stattfinden und verrechnet werden. Damit bei der Abrechnung für 2017 diese Kosten auch abgesetzt werden können, muss die fehlende Ausbildung bis 31.12.2107 nachgeholt werden. Die Elternwerkstatt bietet entsprechende Aufbaukurse an. (Infos auf Anfrage.)

Ein Hinweis, falls Sie Au-Pairs beschäftigen: Wenn diese in den ersten beiden Monaten ihres Aufenthalts den fehlenden Kursteil nachholen, können die Ausgaben für sie von Beginn an abgesetzt werden!

Für und Wider
Diese Änderung mag für manche sehr ärgerlich sein. So zum Beispiel müssen Jugendliche, die letztes Jahr einen Kurs belegt haben, um als Babysitter tätig sein zu können, nun warten bis sie ihr 18. Lebensjahr vollendet haben, damit die Eltern ihrer Schützlinge die Kosten absetzen können.

Doch wir sehen durchaus auch Positives:  Schon lange plädiert die Elternwerkstatt dafür, dass die wertvolle Erziehungsarbeit, die Eltern tagtäglich leisten, gesellschafliche Anerkennung findet. Der neue Erlass ist in dieser Hinsicht ein klares Zugeständnis, dass die Betreuung von Kindern nicht "von jedem"  und "einfach so" übernommen werden soll und kann. 

Das geforderte höhere Maß an Ausbildung für KinderbetreuerInnen weist bereits in die richtige Richtung - Elternbildung wird zunehmend "gesellschaftsfähig",


meint Ihre

Elternwerkstatt

 

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